Geschichte der Freilichtbühne Freudenberg
Kriegskassenraub zu Freudenberg 1956
60 Jahre Freilichttheater in Freudenberg

Vom Heimatschauspiel zum „Stadt- Theater“ im Grünen

Die Südwestfälische Freilichtbühne Freudenberg hat 2014 das Jubiläum der 60. Spielzeit gefeiert. Ein Großteil unserer Besucher wird wohl kaum die Zeit der Gründung und Aufbauarbeit kennen. Daher soll an dieser Stelle Rückschau auf jahrzehntelange Theaterarbeit im Freilichtgehalten werden.

Anlass zur Gründung bzw. Einrichtung der Bühne im Jahr 1954 war die bevorstehende 500-Jahrfeier derStadt Freudenberg im Jahr 1956. Ein großes Historienspiel sollte markanter Punkt des Festprogramms sein. Für die Inszenierung des Heimatschauspiels „Der Kriegskassenraub zu Freudenberg 1796“ von Rudolf Utsch gab es in Freudenberg keinen Saalmit entsprechend großer Bühne für etwa 80 Mitwirkende. So reiften die ersten Gedanken zur Einrichtung einer Freilichtbühne. Als idealer Ort kam der alte Steinbruch am Hang des Kuhlenbergs ins Gespräch. Das Theater unter freiem Himmel vor imposanter Wald- und Felsenkulisse war, wenn auch zunächst provisorisch, geboren. In den Jahren bis 1957 war der Heimat- und Verkehrsverein Freudenberg Träger der Einrichtung, bevor der gemeinnützige Verein „Freilichtbühne Freudenberg e.V.“ gegründet wurde.
Der Brand von Freudenberg 1967
Was ursprünglich nur für wenige Jahre gedacht war, entwickelte sich in kontinuierlicher Weise zum besucherstärksten Kulturträger mit eigenen Inszenierungen in unserer Region. Im Laufe der Jahre wurde unsere Bühne durch permanente Verbesserung von Infrastruktur, Inszenierungsstil und Marketing zu einem weithin beliebten Sommertheater. Waren es anfänglich etwa 10.000 Besucher pro Spielzeit, so konnten inzwischen zu Spitzenzeiten mehr als 50.000 Besucher in einer Saison registriert werden. Unter den rund 100 Amateur-Freilichttheatern in Deutschland nimmt der 1977 in „Südwestfälische Freilichtbühne Freudenberg e.V.“ umbenannte Verein nicht nur im technischen Bereich eine Spitzenposition ein. Drahtlose Sprachübertragung, ausgefeilte Ton- und Beleuchtungstechnik, imposante Pyrotechnik, inzwischen drei per Computer gesteuerte Drehbühnen und eine ganz überdachte Zuschauertribüne sind markante Punkte.
Der fröhliche Weinberg 1998
Waren es in der Thematik der Inszenierungen in den ersten Jahren heimatbezogene Stoffe, die das Interesse der Zuschauer aus der näheren Umgebung fanden, so hat sich mit der erheblichen Ausweitung des Einzugsbereichs auch hier ein Wandel vollzogen. Mit Schauspielen, klassischen Lustspielen und Komödien kommen inzwischen Autoren aus aller Herren Länder zu Wort.

Vor 45 Jahren hat die Freilichtbühne in unserer Region das Theater für Kinder etabliert und es als besondere Aufgabe übernommen, Kinder schon im frühesten Alter an das Medium Theater heranzuführen. Mit über 40.000 Besuchern seinerzeit konnte unser Kindertheater mehr als 15 Jahre den 1. Platz in der Zuschauerstatistik der deutschen Freilichttheater belegen. 1997 wurde unserer Bühne von den Jugendämtern des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Stadt Siegen für herausragende Kinderkulturarbeitdas Prädikat „kinderfreundlich“ verliehen. Die Auszeichnung steht für beispielhafte Beiträge für eine kindgerechte Lebenswelt.
Aladin und die Wunderlampe 2007
So bunt wie der Strauß der Inszenierungen ist auch das Geschehen und die Entwicklung vor und hinter den Kulissen des heute nahezu professionell arbeitenden Amateurtheaters zu werten. Unverändert geblieben ist der vom Idealismus getragene Einsatz von etwa 150 Mitwirkenden in allen Bühnenbereichen, wenngleich in einigen Positionen auf die Mitarbeit von Profis nicht verzichtet werden kann. Eine aktive Kinder- und Jugendgruppe dürfte Garant für einen gedeihlichen Fortbestand des einzigen Freilichttheaters im Kreis Siegen-Wittgenstein sein. Überlebenswichtiger Faktor für die kommenden Spielzeiten ist auch der Anteil des Stammpublikums von immerhin mehr als 60 % im Kinder- und Erwachsenentheater. Besondere Verpflichtung aber nicht nur für die Theatermacher in Freudenberg, sondern auch für Politik und Wirtschaft, ohne deren Begleitung derartiges bürgerschaftliches Engagement im Kulturbereich kaum noch möglich sein dürfte.

In über 100 Inszenierungen mit mehr als 2.500 Vorstellungen waren bisher fast 2 Millionen Besucher bei uns im Freudenberger Freilichttheater zu Gast!

Wilfried Kray
Ehrengeschäftsführer
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